Über Angst und Mut: Folge mutig deinen Träumen trotz Angst

 

 „Hast du keine Angst, alleine zu reisen?“, ist neben „Where are you from?“ die Frage, die mir so ziemlich am meisten im letzten Jahr gestellt wurde.

Doch.

Meine Angst war ungefähr genauso groß wie meine Kindheitsangst vor Monstern unterm Bett – nur 1000 Mal schlimmer.

Ich hatte noch nie vor irgendetwas in meinem Leben eine größere Angst als vor dieser Reise.

Sie war riesengroß.

Unfassbar riesengroß.

Dämonenartig.

Sie war so groß, dass sie mich (ich mich) fast daran gehindert hätte, wirklich in die Welt hinauszufliegen.

 

Ich habe sie verflucht.

Ich habe versucht, sie wegzudrücken.

Ich habe sie verwünscht.

 

Hat alles nicht funktioniert.

 

Ein paar Wochen vor meiner Reise lag ich zweitweise in meinem Bett und konnte nicht schlafen.

Unzählige Gedanken und Fragen schossen mir immer wieder durch den Kopf.

„Was, wenn ich auf dem Flug ans andere Ende der Welt das ganze Flugzeug zusammenschreie, weil ich da raus will (Du musst wissen: Noch vor wenigen Jahren litt ich unter panischer Flugangst)?

Was, wenn ich Panikattacken über den Wolken bekomme, es keine 14 Stunden am Stück im Flieger aushalte?

Was, wenn ich ohnmächtig werde, ich eine Reisethrombose oder einen Herzinfarkt bekomme?

Was, wenn ich auf meiner Reise keine Menschen kennen lerne, mich alleine fühle, ich Heimweh bekomme oder wenn ich zu viele Leute kennen lerne und einfach meine Ruhe haben will?

Was, wenn ich meine Unterkunft nicht finde oder meine Buchung storniert wird?

Was, wenn ich meine Unterkunft finde, wenn mein Zimmer dreckig ist, wenn ich Kakerlaken begegne, ich Malaria oder Dengue Fieber bekomme?

Was, wenn das Boot, mit dem ich auf die kleine Insel fahre, kentert?

Was, wenn ich Opfer eines Attentates werde, das Flugzeug vielleicht doch abstürzt?

Was, wenn ich meine Kreditkarte verliere und kein Geld mehr habe?

Was, wenn ich in Australien von einer giftigen Spinne gebissen werde (beißen die?), wenn ich Panikattacken bekomme, ich einfach nach Hause will, wenn zu Hause jemand krank wird, wenn ich krank werde, einen Unfall habe, sterbe, ich gekidnappt werde, es mir an dem Ort, an dem ich bin, nicht gefällt…?

… oder es mir so gut gefällt, dass ich gar nicht mehr dort weg möchte?“

Das volle Programm also.

Plötzlich bildete ich mir sämtliche Krankheiten dieser Menschheit ein, war mir auf einmal nicht mehr sicher, ob ich diese Reise wirklich machen wollte und suchte unbewusst krampfhaft nach Gründen, nicht loszuziehen.

Verzweifelt versuchte ich, mir mit jedem kleinen Strohhalm mehr Sicherheit zu verschaffen.

Nach sämtlichen Vermeidungsstrategien fasste ich jedoch, nachdem ich mich noch schnell bei sämtlichen Ärzten hatte durchchecken lassen (ja, du lachst), den festen Entschluss, mich nicht wieder von meinen Ängsten leiten und regieren zu lassen.

Das hatte ich ja viel zu oft in meinem Leben gemacht.

Schließlich nahm ich meine Angst an die Hand und stieg gemeinsam mit ihr in den großen Flieger (vorher kaufte ich ungefähr die ganze Drogerie und Apotheke leer, um mir möglichst viel Sicherheit zu verschaffen) (ach ja – und natürlich flog ich mit der sichersten Airline der Welt).

Am 25. Juli 2017 hatte ich dann meinen schweren Rucksack gepackt und startete meine Reise in Lissabon.

 

Auf in die Freiheit!

…oder lieber doch nicht?

 

Urlaub vor meiner Weltreise –

Meine Angst ließ mich nochmal nach Hause fliegen

 Nachdem ich eine Woche alleine Lissabon verbracht hatte, besuchte mich mein damaliger Freund in Portugal.

Wir verbachten 3 Wochen zusammen dort und ich ließ mich von ihm und meiner Angst noch einmal zurück nach Hause „in Sicherheit“ fliegen.

Am 26. September 2017 packte ich dann ein zweites Mal meinen schweren Rucksack und startete tatsächlich meine Reise ans andere Ende der Welt:

 

Alleine nach Australien.

 

Endlich hatte ich es geschafft.

 

Ich saß alleine im großen Flieger ans andere Ende der Welt – und ich liebte es.

Keine Spur von Angst.

Eine tiefe Zuversicht und ein angenehmes Gefühl von Vertrauen breitete sich in mir aus.

 

Immer, wenn ich im startenden Flieger sitze, muss ich mittlerweile automatisch grinsen, weil ich diese Mischung aus Spannung, Freude und Stolz spüre.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als der große Flieger startete.

Ein unbeschreiblich tolles Gefühl von Freiheit machte sich in mir breit.

Das Alleinereisen war das Furchteinflößendste und Tollste, was ich jemals gemacht habe und ich kann dich nur ermutigen, dasselbe zu tun, wenn du den Wunsch hast.

 

Aber wovor hatte ich eigentlich Angst?

 

Hatte ich wirklich Angst vor all den Horrorszenarien, die ich mir ausmalte?

Nicht wirklich.

Ja, letztendlich hatte ich Angst vor meiner eigenen Freiheit.

Angst davor, ich selbst zu sein ohne mich in meiner rosafarbenen Wohnung verstecken zu können.

Angst davor, zum ersten Mal in meinem Leben wirklich auf mich alleine gestellt zu sein und die volle Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen.

 

Aber dieser große Traum schlummerte schon Jahrzehnte lang tief in mir und ich wusste, dass ich ihn irgendwann in die Tat umsetzen „musste“, wollte und werde.

 

Jahrelang hatte ich darauf hingearbeitet und jetzt sollte mein großer Traum endlich in Erfüllung gehen.

 

Ich war fest entschlossen, ihn endlich zu leben!

Ich wusste, dass ich daran wachsen würde 

und das war wahrscheinlich das Furchteinflößendste.

 

„Unsere größte Angst ist nicht, dass wir unzulänglich sind. Unsere größte Angst ist, dass wir mächtiger sind, als wir uns vorstellen können. Es ist unser Licht, das wir am meisten fürchten, nicht unsere Dunkelheit.“

(Nelson Mandela)

 

Nach vielen Höhen und Tiefen erlangte ich die wunderbare Erkenntnis, dass ich immer mehr lernte, mit den Ängsten umzugehen, die mich konstant davor zurückhielten, das Leben zu leben, das ich leben wollte.

Und ich lerne noch immer, denn dieser Prozess ist wohl ein lebenslanger.

„Wie viele Menschen kommen von so einer Reise wieder zurück?“, fragte mich damals mein Coach.

Mir wurde klar, dass es mir half, mir bewusst zu machen, dass die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch war, dass ich meine Reise überleben würde.

Und tatsächlich lebe ich noch immer und habe jede Herausforderung gemeistert – überwiegend alleine und teilweise mit Hilfe. Das ist ein tolles Gefühl.

Das Ziel im Leben ist nicht, frei von Angst zu sein, sondern zu lernen, mit ihnen umzugehen und dich nicht von ihnen bremsen und regieren zu lassen:

Vielleicht hast auch du Lust, Deine Träume TROTZ Angst zu verwirklichen.

 

Schlummert auch in dir ein Traum?

Willst du ihn befreien?

Willst du auch eine Reise alleine machen?

Hast du auch Angst davor?

 

Dann los!

 

Ich helfe dir gerne dabei!

Emailadresse Link

http://www.meervomleben.com/Strategiengegendieangstalleinezureisen/