Ich kann natürlich nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen und dir erzählen, wie es für mich war.

Für dich kann es ganz anders sein, denn wir alle sind ja zum Glück unterschiedlich.

Das Alleinereisen war das Furchteinflößendste und Tollste, das ich jemals in meinem Leben gemacht habe, denn dadurch habe ich mich selber befreit und in mir selber mein Zuhause gefunden.

Eins kann ich dir versprechen:
Höhen und Tiefpunkte werden genauso zu deiner Reise gehören wie zu deinem Leben – denn genau das ist das Leben.

Ich versuche trotzdem, dir ein paar Dinge zu prophezeien, die aus meiner eigenen Erfahrung und nach etlichen Gesprächen mit Reisenden auf meiner Weltreise so ziemlich auf jeden zutrifft (außer du bist ein Mensch ohne Emotionen).

Wenn es für dich anders sein wird, nimm es mir bitte nicht übel.

Ich will ehrlich mit dir sein:
Auf einer längeren Reise wirst du nicht immer tanzend an Stränden entlang springen, perfekt gestylt an einer atemberaubenden Klippe sitzen und jeden Tag mit einem Honigkuchenpferdgrinsen in Hängematten liegen und Cocktails schlürfen – wie du es täglich auf den sozialen Netzwerken präsentiert bekommst (auch manchmal von mir: https://www.instagram.com/christina.weiser/).

Reisen ist wunderbar.

Reisen ist ätzend.

Reisen ist kein Urlaub.
Reisen ist mehr eine Reise zu dir.

Und genau das ist es wohl, was dir am meisten Angst macht.
Diese stillen Momente.

Die Zeit nur mit dir, in der sich alle deine Sonnen- und Schattenseiten zeigen.

Diese Momente können unfassbar schön sein, aber auch unfassbar große Angst machen.
Dann möchtest du dich am liebsten ablenken – dir massenweise Cocktails in deiner Hängematte in den Rachen schütten oder jeden zweiten Abend auf die angesagtesten Parties der Insel gehen oder eben deiner besten Ablenkungsstrategie folgen.

Reisen ist der beste Lehrer, den du dir vorstellen kannst.

Reisen zeigt dir, wer du bist, wie du dich in ungewohnten Situationen verhältst, lässt sich in alte Muster fallen und neue Reaktionen entwickeln, führt dich an magische Orte, zeigt dir die Schönheiten und Hässlichkeiten dieser Welt, lässt dich wunderbaren Menschen und fremden Kultuten begegnen, wirft dich ohne Rücksicht auf Verluste in Ausnahmesituationen, lässt dich über die atemberaubende Schönheit der Natur staunen, vor Glück und Verzweiflung weinen, zeigt dir, dass wir alle miteinander verbunden sind und dass die Welt gar nicht so schrecklich ist, wie du in den Medien jeden lesen kannst.

Reisen lässt dich deine Bedürfnisse und Wünsche noch klarer erkennen und lehrt dich, zeigt dir, was du wirklich brauchst im Leben, lässt dich wieder die kleinen Glücksmomente dieses Lebens zu schätzen wissen.

Reisen ist befreiend, reinigend, macht meistens unfassbar großen Spaß, ist aber auch manchmal einfach ätzend und anstrengend, aber immer unheimlich bereichernd.

Beim Reisen erlebst du alles wie in Hochgeschwindigkeit – alles, was du erlebst, ist konzentrierter und intensiver – deshalb auch so anstrengend und schön zugleich.
Durch Reisen machst du Erfahrungen, die dich für immer prägen, du sammelst einen wertvollen Schatz, aus dem du immer schöpfen kannst.

Auf deiner Reise wirst du dich manchmal alleine fühlen, dich aber auch manchmal gar nicht retten können vor Menschen, die Zeit mit dir verbringen möchten, du wirst traurig sein und von Glück erfüllt!
Vor allem aber: Du wirst dich noch besser kennen und lieben lernen – so war es jedenfalls bei mir.
Du wirst sehr stolz auf dich sein und gestärkt von deiner Reise zurückkommen (oder in der Welt bleiben).

Auch ich hatte Angst vor den stillen Momenten – obwohl ich eigentlich dachte, dass ich gut alleine mit mir sein kann.
Manchmal habe ich sie verflucht, manchmal genossen – und ich habe sie wieder lieben gelernt.
Ich habe am Strand barfuß getanzt, bin tollen Menschen begegnet, habe Geschichten erlebt, die ich meinen Enkelkindern noch erzählen werde.
Manchmal saß ich bei Sonnenschein heulend im Bett, hatte schreckliches Heimweh, war kurz davor, meine Reise abzubrechen, manchmal habe ich meine Zeit an unfassbar schönen Orte genossen, die tollsten Erlebnisse meines Lebens gehabt, bin wunderbaren, inspirierenden Menschen begegnet, manchmal habe ich unverhofft Menschen kennen gelernt und manchmal gar keine.

Manchmal wollte ich meine Ruhe haben und konnte mich kaum vor Menschen, die etwas mit mir unternehmen wollten, retten, manchmal war mir nach sozialen Kontakten und niemand war da, manchmal war der Moment perfekt.
Manchmal bin ich glücklich auf meinem Roller durch Reisfelder gedüst, habe wunderschöne Sonnenuntergänge genossen, manchmal hätte ich mich aber trotz Sonnenschein am liebsten eingesperrt (hab ich dann auch manchmal gemacht), meistens habe ich das tolle Wetter genossen, manchmal war ich froh, dass es ab und zu mal geregnet hat, damit ich einfach mal zu Hause bleiben „durfte“.
Auf deiner Reise wirst du dich vielleicht das ein oder andere Mal vom Druck lösen müssen, „nichts verpassen zu wollen“.
Manchmal fand ich das ganz schön schwierig, muss ich gestehen.

Ich bin so stolz auf mich und komme gestärkt von meiner Reise zurück – mit dem Wissen, bald wieder los zu fliegen.

Link: Die Angst vorm Alleinereisen

 

Was ist das Wichtigste, das du auf deiner Reise gelernt hast?

Das Wichtigste, das ich auf meiner Reise gelernt habe, ist, dass ich mich mittlerweile mit mir zu Hause fühle – egal, wo ich bin.

Ich habe gelernt, zu vertrauen – mir selber und fremden Menschen.

Ich habe gelernt, alle meine Gefühle zu akzeptieren.

Ich habe gelernt, dass sich alle Menschen – egal, wo auf der Welt – nur nach Liebe, Anerkennung und Freiheit sehnen.

Und bitte nimm nicht so viel Gepäck mit – du brauchst ja gar nicht viel zum Leben. Ich habe diesen fetten Rucksack auf meinem Rücken verflucht, habe mir dann einen kleineren gekauft nach meiner Trennung und reise mittlerweile mit meinem kleinen Handgepäckstrolli. Das ganze emotionale Gepäck habe ich wie mein tatsächliches Gepäck weitgehend über Bord geworfen. Das bedeutet nicht, dass ich jetzt immer tanzend an Stränden entlang springe, es bedeutet, dass ich all meine Gefühle mittlerweile annehme – dann gehen sie auch schneller wieder. Es ist ok traurig zu sein, sich alleine zu fühlen (auch manchmal unter anderen Menschen), glücklich zu sein, Spaß zu haben, wütend zu sein, auch das „Paradies“ manchmal zu verfluchen…

Wenn du auch vor hast, eine Reise zu machen, dann mach es!

Lass dich nicht abhalten von deinen Ängsten!

JEDER hat Ängste – auch wenn manche Menschen es nicht zugeben.

Aber auf meiner Reise habe ich festgestellt, dass wir uns doch alle ähnlich sind und mit ähnlichen Problemen des Lebens kämpfen.

Ich helfe dir gerne dabei und bin deine mentale Reisebegleiterin.

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